Dienstag, 22. September 2009

Offener Ex-Leserbrief

Liebe NE*N-Redaktion,




gerade der Bravo um wenige Jahre entwachse
n, begann ich aus mundpropagandaistisch motivierten Gründen Euer bescheidenes Magazin zu lesen.
Nee, wat war dat schön.
Ich bin bereitwillig Problemen in den Weg gelaufen, deren Existenz mir vor und nach dem Lesen nie bewusst war/werden wollte, hab' mir vielleicht den ein oder anderen quartalsweise publizierten Modetipp abgeschaut
(Stimme aus dem Off: Die anderen Kinder machen das doch schon längst.) und in Gruppenarbeit amüsante Bilderrätsel gelöst. Hinterher fühlt man sich informiert, man bewegt jetzt was.

Früher war alles besser, oder war ich dümmer?


Heute zerreisse ich alte Magazine, die ich aus messiegründen nostalgisch konserviert hatte. Der schmucke Zeitschriftenstapel, jetzt gekrönt von echten internationalen Magazinen, kotzt seine Jugensünden heraus - und der Neo-Spießer puffert jetzt mein Geschirr im Umzugskarton.






Die nicht mehr so neue NE*N-Formel:

Problem erfinden.
Der Leser ist geschockt. Das kennt er! Oder?
Problem auf dem Cover mit illustren Bildern illustrieren.
Was schöne Bilder! Da muss was dran sein.
Problem im Artikel aufbauschen.
Hm. Kommt mir wirklich bekannt vor.
Problemlösung im Artikel erfinden.
ACHSO!
Problemlösung aufbauschen.
achso.
Allerweltspointe.


Alle so: wie prä-post-gender.

Sonntag, 20. September 2009

freundschaftliche Medienlandschaften



Fünf mal schlafen vor der Nacht in der Umgezogen wird, wurde sich offiiziell verabschiedet. Neben zurückgehaltenen Tränen, illustren Gästen und leckerem Essen gabs natürlich auch herzallerliebste (intermediale) Geschenke.

Im audiovisuellen Be
reich haben Mascha und Dette der ebenso scheidenden Sophia und mir ein Video gezimmert, das Triers publike und persönliche Sehenswürdigkeiten elloquent dokumentiert. Zum Glück wird dieses Meisterwerk den Sprung zu Youtube niemals schaffen, Beschreiberei muss als genügen.

Wer glaubt die Sache mit dem Mixtape und dem Herz erobern sei nur eine studiVZgruppeneske Phrase, der schaue sich bitte mal dieses Cover an!*
















Melli
hat mit ihrem Tonträger meine Vorlieben getroffen <3 class="blsp-spelling-error" id="SPELLING_ERROR_17">Japanophiles
und süße Jungs!

Eine kleine Co-Produktion im Printbereich haben sich Frauke, Katrin und Melli geleistet. Ein Freundebuch:


Die Kategorie "3 Wörter, die dich (Kevin) beschreiben" schwört postpubertäre Idenditätsfragen herauf. Aber mit Locken auf dem Kopf ist man wohl zu sehr markierbare Minderheit.

Dazu gabs auch eine Art äh Arbeitsauftrag aka Abschiedsbuch mit lustigen Bildern und Zeichnungen. Leider ist die Penisparade der drei Damen FSK 18. Frauke mags aber natürlich.

Ich muss mit einer Einwegkamera Bilder von verschiedenen Situationen machen, wie z.B. meiner ersten U-Bahnfahrt, der eingerichteten Wohnung, Stefans Ankunft. Veröffentlichung passiert dann zu gegebenem Zeitpunkt.

Man bestaune die Designleistung von Frauke, der Teufel steckt im Detail und die Eulen sind nicht, was sie zu sein scheinen <3 class="blsp-spelling-error" id="SPELLING_ERROR_33">gesellschaftskritischerweise
gemerkt, dass die StudiVZ-Gruppen die Funktion übernommen haben, die früher SMS-Sprücheheftchen aus der Bravo hatten? Unsinn in wenigen Zeichen zu kanalisieren! Pah.

Donnerstag, 17. September 2009

Exotismen

Großer Schock, als ich eben meine Mails geöffnet habe.
Da lacht mir eine Standardebaymail mit dem Betreff "Ich werde die Zahlung in Höhe von xx bald..." entgegen und die Zahl am Ende der Betreffvorschau war exorbitant hoch, dafür dass ich sogar vergessen hatte, dass heute noch Auktionen auslaufen.

Jetzt werden meine alten Flyer aus Japan und die mühsam zusammengestellte Japano-Indiediscographie zwar nicht mitziehen, dafür ist meine kleine Umzugskasse einen Batzen gefüllter. Jugendmusiksünden adieu.
Damit bin ich zwar nicht schlauer, als die ganzen Verbraucher-TV Beiträge, die progagieren man könne sogar mit einem gebrauchten Rasierer noch Kohle machen - aber mein (längst verglommener) eBay-Enthusiasmus fühlt sich gebauchpinselt.

Mittwoch, 16. September 2009

Ich suche allerlanden eine Stadt...

Puh. Dritter Umzug in anderthalb Jahren.

Die kartonierten Koffer werden gepackt, Bücher sind sogar schon alle verstaut. Einmal quer durch die Republik ziehen provoziert doch einen größeren Rattenschwanz als zunächst gedacht.
Die Vorstellung, dass die ganzen Sachen, die sich im letzten Jahr nach langem Ringen endlich ihre Routine angelebt haben, bald wieder einen kurzen Schönheitsschlaf in braunen Kisten bekommen um danach im schmucken, großen Altbau mit mir zusammen von den Dielen aus den Stuck zu bewundern, löst ambivalente Gefühle aus. Ähnlich wie die Semiotik des letzten Satzes.

Aber kommt ja nicht alles mit, jeder Umzug lädt zum eutanatischen Ausmisten ein, ne?
Zum Glück gibts diesmal um die Ecke die Nothilfe, wo man sich wenigstens über Spenden freut. Aber anstatt textile Jugendsünden zu beseitigen, hat sich die süße kleine Instamatic zu mir verirrt. Die Preise sind allerliebst fantasievoll, das gute Stück gabs zusammen mit einem Martiniglas für 3€.
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Wo das Geld und sein Freund, der Fetischcharakter selbigens, sich schmollend ignorieren, kommt man kurz ins Grübeln, ob mit zwei Säcken alten Klamotten die Ware nicht auch den Liebhaber gewechselt hätte - ohne sich zu prostituieren.

Für heute: bis hier und nicht weiter.