Donnerstag, 31. Dezember 2009

Dekade und so

Okay, einen ausführlich Rückblick oder so erspar ich mir jetzt mal. Weder über die Dekade (die ich nur zu einem Teil wirklich bewusst erlebt habe) noch das Jahr...

Aber Silvester 2008 war mein Vorsatz für 2009: stabiles (Solo-)Leben in Trier. Jetzt ist Silvester 2009 und ich wohne mit meinem Freund zusammen in Berlin. Ups.

Bridget Jones hatte so fein drauf alles in prägnanten Formulierungen und amüsanten Zahlenspielen zu resümieren, deswegen dann doch ein paar Takte vom alten ins neue Jahr.

Anzahl der

Umzüge: 1

funktionierenden Beziehungen: 1
verlorenen Freundschaften: unwesentlich
guten Bücher: so viele, aber Highlight: Dietmar Dath, Die Abschaffung der Arten.
verlorene Kilo: mindestens 5
neue Schuhe: einige, alle nötig
Reisen: überdurchschnittlich viele (Antwerpen, London, etc.)
usw usw usw.

Vorsätze gibt's keine, Ziele schon.

ein paar Bildchen dann doch noch:











Bleibt mir nur noch einen guten Rutsch zu wünschen.

Guten Rutsch!




Dienstag, 22. Dezember 2009

Der ganze Yuki nur für Yuki

Sonntag hatte einen japanische Freundin Geburtstag. Wie alt sie wurde, war strittig... ich will das erst gar nicht in schwulen Jahren ausrechnen. Beglückt habe ich sie mit Krimskrams und einem... hust, haiku. Mein erstes und wohl hoffentlich letztes.

ユキちゃんと
娑婆ということが
パーティーなる

auf Deutsch so viel wie:
Mit Yuki, wird das, was man Diesseits nennt, zur Party.

Auf dem sibirischen Marsch von geschlossener zu schließender Bar allerdings hat sich Berlins Winter trotz zweistelliger Minusgrade unerhört romantisch gezeigt.

Irgendwo zwischen durch Schnaps besiegter Kälte und unzurechnungsfähiger Wahrnehmung entwickelte ich zusammen mit R. eine kindliche Obsession für den knirschenden Schnee. Aber ich glaube, wenn man in Tokyo aufgewachsen ist, dann besteht dafür noch Begeisterungsfähigkeit. Überhaupt war es ein bisschen als ob der Abenteuerspielplatz Berlin sich von seiner Winterwunderlandseite präsentiert hätte. Hoffe ich bekomm die Bilder, die R. mit ihrer neuen Kamera geschossen hat.

Montag, 14. Dezember 2009

alles neu

... wäre gelogen. Aber den Titel habe ich schnell der Adresse angepasst.


Adieu Wortspiel.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

reading the queer...

Ich habe mir in den letzten Tagen den Kopf über queeres Lesen zerbrochen.

Ausgehend von einem queeren Lese- und Interpretationskonzept von Literatur, vor allem der kanonisierten, gibt es viel antiheteronormative und genderdekonstruierende Lesweisen. Heternormativität und die dichotomen Beziehungen von Geschlechter(n) im laufe ihrer performativen Herstellung in einem Text den dogmatischen Teppich unter den Füßen wegzuziehen ist eine Möglichkeit.
Erschöpft sich queeres Lesen aber schon bei der Aufdeckung von Deutungspotenzen, die entgegen der Heteronormativität laufen? Ich denke da geht mehr.

Wenn man queer auch pluralistisch und postidentitär* denkt, warum das nicht auch in eine Literaturanalyse einbinden? So wie die heterosexuelle Ordnung sich niemals fehlerfrei fortschreibt, so ist anzunehmen, dass auch ein dogmatischer Zwang zu stabilen Identitätskategorien im Generellen auf lange Sicht nicht ohne Widersprüche herzustellen ist.

Das würde bedeuten, dass ein Text mittels einer queeren Analyse gleichzeitig auf angelegte oder "versehentlich" (also ex negativo) antiheteronormative, -identitäre, -dichotome, -etc. abgeklopft werden kann. Ein netter Rundumschlag.

Mir ist klar, dass nicht jeder Text gleich viel Potenzial für einen derartigen Ansatz bietet, aber ich glaube auch nicht, dass postidentitäre Lesweisen einen Text entstellen oder verbiegen müssen. Genau das gilt es ja eigentlich zu vermeiden.


Ich sollte das mal an einem Beispiel durchexerzieren... hm.


* Ich plädiere implizit für eine undogmatische, strategisch-kategorisierende Identitätspolitik. Die Definitionsmacht liegt letztlich bei dir.

Donnerstag, 12. November 2009

coming soon...

Zombies!

Dienstag, 3. November 2009

Kuck mal, der Mann hat voll viel Bart!

Ich glaube Kinder, sind die einzigen die souverän den urbanen U-Bahnverhaltenscodex brechen dürfen.



Letztens, beim Umsteigen am Alex, ging ich neben einem kleinen Mädchen (geschätzte drei), die neben ihrem Vater an der Hand ging. Plötzlich ergriff sie mitten auf der Treppe, mit einer entwaffnenden Selbstverständlichkeit, meine Hand. Nachdem ich sie, zusammen mit ihrem Vater, sicher die Treppe hinuntergeleitet hatte, ließ sie erst los, als ich sie eindringlich freundlich darum bitten musste.

Heute dann, auf dem Weg von Dahlem zum Heidelberger Platz, saß mir gegenüber ein ähnlichaltriger Junge. Sein Vater, sichtlich bemüht die Lautstärke der Kommentare, die sein Junius durch die Bahn plärrte, zu dämmen, wirkte irgendwie latent unsouverän. Sein Sohn hingegen, souverän und viel zu offensiv um ihm böse zu sein, zeigte mit nacktem Finger auf mich und sagte "Kuck mal, der Mann hat voll viel Bart!". Ich quittierte lächelnd... Der Monolog des jungen Mannes ging weiter. "Warum hat der so viel Bart, Papa?" Papa war sichtlich peinlich berührt, ich eher amüsiert.. Leider musste ich jäh aussteigen. Aber die Freuden und Leiden des Barttragens wird er ohnehin irgendwann durchmachen...



Während die Erwachsenen durchgehend der Distanzlosigkeit ihrer Kinder ausgeliefert waren und sie zu vertuschen suchten, zeigt sich, dass solche Aktionen von Kindern und ihre Empathiebonuspunkte singulär belächelbare Momente bleiben.

Oder?


Freitag, 30. Oktober 2009

Du machst was mit Gender? Ich dachte, das machen nur Frauen...
Letztens meinte ein Kommillitone genau das zu mir.


Das hat mich dazu gebracht, die Artikulationsnotwendigkeit von (queerer) Kritik zu überdenken.

Klar, sind es viele Frauen die sich mit gender-Diskursen auseinandersetzen. Es sind wohl auch ebenso mehrheitlich Menschen, mit einem entsprechenden Identitätsmuster, die sich augenscheinlich für so etwas wie queere Kritik begeistern werden können. Aber zum einen, nicht nur; und zum anderen: wer wie die Made im Speck lebt, braucht sich nicht umsehen.
Die Begünstigten patriarchaler Hegemonialstrukturen sind mit Sicherheit nicht die quantitativ vehementesten Verfechter post-identitärer Ansätze. Und wer sich letztlich in einer kuscheligen Nische befindet, muss aus dieser aucht nicht zwingend ausbrechen. Homonormativität, als Schlagwort für Homomaden im fauligen Heterospeck, agiert da aber nicht anders.
Von wo, wenn nicht von außen, soll Kritik kommen? Objektive Ansprüche bedingen einer gewissen Vogelperspektive um überhaupt artikulierbar zu werden. Gleichzeitig heißt eine Kritik von Außen nicht gleichzeitig eine komplette Entfernung aus einer wie auch immer implizierten "mittigen" Position. Kritik und Reflexion als intellektuelles perpetuum mobile sind der Spagat zwischen diversen Mitten- und Außenpositionen, bei gleichzeitiger latenter Selbstreflexion. Das hat nichts mit Wilkür zu tun, sondern vielmehr mit Identitätsentwürfen die nicht mehr in Kategorien arbeiten, sondern mit multidimensionaler Individualität.

Die Notwendigkeit von Revision ist durch die Progression post-identitätätsstiftender Verfahren gegeben. Genau diese Verfahren erlauben es, Selbstbewusstsein zu entwickeln, das sich nicht mehr aus den hegemonialdurchtränkten Bausteinen gesellschaftlicher Rollen samt ihrer negativen, d.h. unangebrachten oder hinderlichen Aspekte, befreit und die unfreiwillige Selbstbeschränkung mittels Diskriminierungspraxen entschärft.
Sind aber die Prämissen falsch, unter denen Kritik sich generiert, kippt auch diese. Und genau dieses Kippen ist der dekonstruktivistische Tropfen, der stetig den harten Brocken Bourgeoisie aushöhlt.

Letztlich kann eine Gesellschaftskritik, die Normativismen wegen ihrer negativen Auswirkungen auf Idenitäten anmahnt, für alle nur zu aller Vorteil sein.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Vorwürfe aus ohnmächtigen Mündern

Die Politik, die man in Freundschaften fährt, bleibt wohl auch nicht vor Foucault verschont. Restriktive Momente und diskursive Ausschreibungen scheinen manchen Menschen ein Hobby geworden.

Aber lieber Dogmen brechen, als das eigene Herz.


Die Veränderlichkeit einer Person mit ihren konstanten Elementen zu akzeptieren ist wohl genau die intuitive Leistung, die eine wirklich gute Freundschaft (oder Beziehung) ausmacht. Gute Freunde sind aber rar. Ergo auch dieses Vermögen.

Viel einfacher ist eine Rollenverteilung, die auf einem konservierten status quo basiert. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich hier vielleicht noch eine Flexibilität beobachten, die aber in ihrer Toleranz eher unausgebaut ist. Statt dessen setzen bei jedem Abweichen und Ausbrechen aus dem status quo Restriktionsmechanismen ein, die je nach Charakter von Verstimmung bis Ignorieren ein breites Spektrum kennen. Gleichzeitig wird das konservierte Bild eine Art Schablone für das Verhalten, alles was nicht mit Freundschaft nach Zahlen übereinstimmt, ist sofort unechtes, unakzeptables Theater. Durch diese Stigmatisierung, die der Charakterdiskurs anbietet, wird die alte Rolle affirmiert und gestärkt. Unechtheit als Todsünde.

Todschlagargumente bahnen den Weg mit der Ignoranzkeule durch den Porzellanurwald fremder Gefühle.

Die Konsequenzen sind mehr oder weniger absehbar: Veränderungen werden geblockt, egosubversiven Momenten die Luft zum Atmen genommen. Polterabend.

Größere Umwälzungen im Leben einer Person aus dem näheren Umfeld bringen aber genau das mit sich: Veränderungen in der Person. Die Akzeptanz gegenüber den Veränderungen und die Stigmatisierung fallen hier umso stärker aus. Gleichzeitig kann der Stigmatisierte jedoch den Restriktionsmechanismen entgegentreten. Anstatt dem affirmierten Götzen des Sepiafremdbilds mitzuhuldigen, wird die Tiefenstruktur der Ausschreibungsmechanismen deutlich: eigene Komplexe und Unsicherheiten durch die Verstarrung des Anderen ausgleichen, Machtansprüche geltend machen, anstelle von Vertrauen.

Vorwürfe aus ohnmächtigen Mündern.




Polemik für mein Seelenheil.



Pah.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

FREAKY WEDNESDAY I

Der Pr(ovi)inz in B. präsentiert

07.10.2009 - Freaky Wednesday I

Trier x Berlin

J. x K.


URBANE MÄRCHEN

J:


1. Was für ein urbanes Märchen: der einsame Hippie mit dem "Free Hugs"-Schild um den Hals, ein Diener der Liebe, gekommen uns alle von der postmodernen Kälte zu befreien. Bewaffnet nur mit Seifenblasen und einem milden Lächeln.








2. Erste Abweisung tut weh. Vor allem von jenen, bei denen man es am wenigsten erwartet.















3. OK, scheiße, schon durch halb Trier gelaufen und keine Umarmungen. So war das nicht gedacht. Stell dir vor es ist Liebe und keiner geht hin. Was macht denn eine urbane Hippie-Prinzessinen-Mega-
Kriegerin in solchen Situationen?


















4. Na klar... Seifenblasen! huiii, so schön bunt und voller L! O! V! E!




















5. Die erste Umarmung! Und dazu so ein charmantes Gegenüber. Der Hippie ist selig. Was für ein Märchen.




6. Was das? Ein Gleichgesinnter? Eine weitere Märchengestalt, gekommen um uns zu erlösen? Nein... er nimmt Geld für seine Dienste. 40 Cent brngen mir eine weitere Umarmung. Welch Desillusionierung.







7. Am Weinstand ist man noch Mensch geblieben. Außerdem ist das die Freudin von meinem Vater... um der Wahrheit die Ehre zu geben...


8. DA IST ER! Der erste Willge, der sich der Erlösung hingibt. Und dann grade er... Welch Plot! Wäre das im Kalten Krieg möglich gewesen! Die Versöhnung von Kommunismus und Kapitalismus, von Feminismus und Seximus, welch Synthese, welch Hegelsches Gleichnis. Trier ward erhellt vom Glanze dieser Synthese.




9. Gestern nch bei den Canapé Poeten, heute involviert mit einer Märchenfigur- der Besitzer des Lübkes kann sich schwer aus diesem surrealistischen Roman lösen, hinterlässt bei unserer Kiegerin aber das Gefühl einer aufrichtigen Umarmung!




Und damit: Happy End!






K:


Lesesaal:

S42 - 18.13 - Sbhf Ostkreuz - viele
Einsteigen
Berliner Zeitung, Berlinteil
Apotheken Rundschau
AOK-Bildungszentrum, Prüfungsergebnisse
Pillendöschen
Vokabelheft
"Industrielles Rechnungswesen"
SMS
DER SPIEGEL
Berliner Zeitung, Feuilleton
Klatschblatt
Schulbuch
SMS
Stadtplan
"Gebäudemanagement"
SMS
A long way down
SMS
Ich liebe dich, ich liebe dich nicht
BILD
SMS
die fontäne
"Schilf"
S-Bahnplan
Kreuzworträtsel
russischsprachige Zeitung

S45 (ehem. S42) - 18.54 - Hermannstraße

Aussteigen





Lesesaal:


Wohnzimmer - 20.56 - Berlin Neukölln

Mein Herz







Dienstag, 6. Oktober 2009

Besuchszeit

Dankenswerterweise wurde ich heute in die Gepflogenheiten der FU-Mensa instruiert, was sich eigentlich gar nicht als so schwierig gestaltet hat. Als wir uns dann aber über faschistoidunfreundliches Mensapersonal in Trier unterhielten (popkulturell-allusorisch: Mensanazi), musste die Realität wohl einen zynischen Anfall gehabt haben, denn ich wurde beim Tablett auf das fordphile Band stellend mit der gebrüllten Bitte "GERADE HINSTELLEN!" bedacht. Mein Servicepersonalbashing ging dann beim torhaften Kaffeekaufen weiter (Mensacard ist eine Wissenschaft für sich) und gipfelte im Asiasupermarkt, in dem nur mit Bargeld bezahlt werden darf.
Schöne neue Welt.


Heute kommt Besuch.

Die erste Welle bestreitet Ma.*, billigfliegend.


Die Zweite Welle deutschebahnt Me. zum Wochenende.


Ich glaube das Gastgebersein wird mich in eine Verbrüderungssituation bringen, was die Wohnsituation angeht - aber ich glaube das ist erstmal nichts schlechtes.
Bloggend wird trotzdem aufjedenfall der freaky wednesday kommentiert - und ein Galeriebesuch am Samstag, wenn das mal nicht feuilltonesk ist...



*Vornamen werden ab sofort grundsätzlich nicht mehr ausgeschrieben, Post-Identität und so, aber weil M. und M. erstens Lust auf Süßes macht und zweitens verwirrend ist wird die Anonymisierung um ein Puzzleteil beraubt.

Montag, 5. Oktober 2009

post Kiez und modische Gretchenfrage

Habe heute die Kiez-Grenzen mit einer kleinen Erkundungstour offiziell gesprengt.


Erste Station war ein kleiner, toller Buchladen in Kreuzberg (b-books), wo sich gleich zwei meiner Leidenschaften zwischen Buchdeckeln präsentierten und in mein Bücherregal verirren mussten. Zum einen der Band Mehr(wert) queer - Visuelle Kultur, Kunst und Gender-Politiken und ein Mega-Schinken von Dietmar Dath, der mich durch seine Abschaffung der Arten absolut in Beschlag genommen hat, nämlich Für immer in Honig. Ich bin gespannt.
Aber zunächst geht es mit der U-Bahnlektüre quer durch das expressionistische Drama.

Die nächste Station war ein Bummel durch die Ecke Kastanienallee/Oderbergerstraße.
Zwischen den ganzen Eltern, traf mich dann die Erkenntnis: modischer Avantgardismus funktioniert leider doch nur hipsterkonform in der Gruppe. Wenn man nämlich nicht meisterlich mit seiner Nähmaschine umzugehen weiß, dann ist man an den Ausstoß der Labels gebunden - egal wie klein. Egal, Konformismus hin oder her - die neuen Hosenschnitte sind (nicht nur endlich kaufbar sondern auch) wirklich wirklich toll und ich muss mir endlich eine dieser Humörhosen zulegen... Die Zara-Haremshose, die zwar einen ähnlichen Schnitt hat, ist leider zu sommerlich, als dass man die ernsthaft ohne lange Unterhose im Winter tragen könnte. (Bizarrerweise muss man(n) sich erst in der Frauenabteilung bedienen um dann eine Saison später quasi exklusiv von einem kleinen dänischen Label bedient zu werden.)

Überhaupt, diesen ganzen Indivudualitätsscheiß rigoros durchzuziehen ist der falsche Ansatz, finde ich. Gerade im durchdachten Detail steckt nämlich der personalisierte Funke.

Die Moral von der Geschicht: trag was du willst, aber trag es mit Stolz.

Sonntag, 4. Oktober 2009

freaky wednesday

Vor nicht allzu langer Zeit passierte an einem normativistischen Mittwoch etwas unerwartetes. Aus durch die Stadt schlendern wurde fanatistisches look-a-like-Personen bestaunen. Der freaky wednesday wart performiert, beschlossen und konstitutiv geboren.

Aus einer vagen Idee wird jetzt Butter bei den Fischen.


J. und ich werden absofort an unregelmäßigen Mittwoch freaky wednesdays veranstalten.


Achtung, arty arty!

Freitag, 2. Oktober 2009

Mein Kiez

Schließlich ist der Prinz in B.





Die Wohnung (die zur Zeit für mich alleine echt viel zu groß ist) versetzt mir immernoch räumliche Schockzustände. Die hohen Decken hatte ich zwar vorher schon, aber so so so viel Lebensraum. Geentert!



Jetzt gehts langsam nach draußen und ich glaube mein Kiez und ich, wir sind nach einer Woche schon so etwas wie Freunde geworden. Ich weiß wo der billiger Falafel-Mann ist, ich hab mir einen Spätkauf ausgemacht, in die U-Bahn fällt man und ich kenne die Supermärkte.
Kultureller Hunger wird von dem Buchantiquariat und den kleinen Galerien in der Ecke gestillt. Evtl. macht sogar ein neuer Laden hier im Haus auf, man munkelt noch.

Überhaupt habe ich das Gefühl, dass der Kiez die Wohnung weniger enklavisch umschließt, als dass er sie erweitert. Auch wenn mir das vorher vage bewusst war, sich so richtig einleben ist wieder was anderes.


Grüße aus dem Reich der Osmanen


PS: Ich geh jetzt dem Handwerker zukucken, neue Spüle!

Dienstag, 22. September 2009

Offener Ex-Leserbrief

Liebe NE*N-Redaktion,




gerade der Bravo um wenige Jahre entwachse
n, begann ich aus mundpropagandaistisch motivierten Gründen Euer bescheidenes Magazin zu lesen.
Nee, wat war dat schön.
Ich bin bereitwillig Problemen in den Weg gelaufen, deren Existenz mir vor und nach dem Lesen nie bewusst war/werden wollte, hab' mir vielleicht den ein oder anderen quartalsweise publizierten Modetipp abgeschaut
(Stimme aus dem Off: Die anderen Kinder machen das doch schon längst.) und in Gruppenarbeit amüsante Bilderrätsel gelöst. Hinterher fühlt man sich informiert, man bewegt jetzt was.

Früher war alles besser, oder war ich dümmer?


Heute zerreisse ich alte Magazine, die ich aus messiegründen nostalgisch konserviert hatte. Der schmucke Zeitschriftenstapel, jetzt gekrönt von echten internationalen Magazinen, kotzt seine Jugensünden heraus - und der Neo-Spießer puffert jetzt mein Geschirr im Umzugskarton.






Die nicht mehr so neue NE*N-Formel:

Problem erfinden.
Der Leser ist geschockt. Das kennt er! Oder?
Problem auf dem Cover mit illustren Bildern illustrieren.
Was schöne Bilder! Da muss was dran sein.
Problem im Artikel aufbauschen.
Hm. Kommt mir wirklich bekannt vor.
Problemlösung im Artikel erfinden.
ACHSO!
Problemlösung aufbauschen.
achso.
Allerweltspointe.


Alle so: wie prä-post-gender.

Sonntag, 20. September 2009

freundschaftliche Medienlandschaften



Fünf mal schlafen vor der Nacht in der Umgezogen wird, wurde sich offiiziell verabschiedet. Neben zurückgehaltenen Tränen, illustren Gästen und leckerem Essen gabs natürlich auch herzallerliebste (intermediale) Geschenke.

Im audiovisuellen Be
reich haben Mascha und Dette der ebenso scheidenden Sophia und mir ein Video gezimmert, das Triers publike und persönliche Sehenswürdigkeiten elloquent dokumentiert. Zum Glück wird dieses Meisterwerk den Sprung zu Youtube niemals schaffen, Beschreiberei muss als genügen.

Wer glaubt die Sache mit dem Mixtape und dem Herz erobern sei nur eine studiVZgruppeneske Phrase, der schaue sich bitte mal dieses Cover an!*
















Melli
hat mit ihrem Tonträger meine Vorlieben getroffen <3 class="blsp-spelling-error" id="SPELLING_ERROR_17">Japanophiles
und süße Jungs!

Eine kleine Co-Produktion im Printbereich haben sich Frauke, Katrin und Melli geleistet. Ein Freundebuch:


Die Kategorie "3 Wörter, die dich (Kevin) beschreiben" schwört postpubertäre Idenditätsfragen herauf. Aber mit Locken auf dem Kopf ist man wohl zu sehr markierbare Minderheit.

Dazu gabs auch eine Art äh Arbeitsauftrag aka Abschiedsbuch mit lustigen Bildern und Zeichnungen. Leider ist die Penisparade der drei Damen FSK 18. Frauke mags aber natürlich.

Ich muss mit einer Einwegkamera Bilder von verschiedenen Situationen machen, wie z.B. meiner ersten U-Bahnfahrt, der eingerichteten Wohnung, Stefans Ankunft. Veröffentlichung passiert dann zu gegebenem Zeitpunkt.

Man bestaune die Designleistung von Frauke, der Teufel steckt im Detail und die Eulen sind nicht, was sie zu sein scheinen <3 class="blsp-spelling-error" id="SPELLING_ERROR_33">gesellschaftskritischerweise
gemerkt, dass die StudiVZ-Gruppen die Funktion übernommen haben, die früher SMS-Sprücheheftchen aus der Bravo hatten? Unsinn in wenigen Zeichen zu kanalisieren! Pah.

Donnerstag, 17. September 2009

Exotismen

Großer Schock, als ich eben meine Mails geöffnet habe.
Da lacht mir eine Standardebaymail mit dem Betreff "Ich werde die Zahlung in Höhe von xx bald..." entgegen und die Zahl am Ende der Betreffvorschau war exorbitant hoch, dafür dass ich sogar vergessen hatte, dass heute noch Auktionen auslaufen.

Jetzt werden meine alten Flyer aus Japan und die mühsam zusammengestellte Japano-Indiediscographie zwar nicht mitziehen, dafür ist meine kleine Umzugskasse einen Batzen gefüllter. Jugendmusiksünden adieu.
Damit bin ich zwar nicht schlauer, als die ganzen Verbraucher-TV Beiträge, die progagieren man könne sogar mit einem gebrauchten Rasierer noch Kohle machen - aber mein (längst verglommener) eBay-Enthusiasmus fühlt sich gebauchpinselt.

Mittwoch, 16. September 2009

Ich suche allerlanden eine Stadt...

Puh. Dritter Umzug in anderthalb Jahren.

Die kartonierten Koffer werden gepackt, Bücher sind sogar schon alle verstaut. Einmal quer durch die Republik ziehen provoziert doch einen größeren Rattenschwanz als zunächst gedacht.
Die Vorstellung, dass die ganzen Sachen, die sich im letzten Jahr nach langem Ringen endlich ihre Routine angelebt haben, bald wieder einen kurzen Schönheitsschlaf in braunen Kisten bekommen um danach im schmucken, großen Altbau mit mir zusammen von den Dielen aus den Stuck zu bewundern, löst ambivalente Gefühle aus. Ähnlich wie die Semiotik des letzten Satzes.

Aber kommt ja nicht alles mit, jeder Umzug lädt zum eutanatischen Ausmisten ein, ne?
Zum Glück gibts diesmal um die Ecke die Nothilfe, wo man sich wenigstens über Spenden freut. Aber anstatt textile Jugendsünden zu beseitigen, hat sich die süße kleine Instamatic zu mir verirrt. Die Preise sind allerliebst fantasievoll, das gute Stück gabs zusammen mit einem Martiniglas für 3€.
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Wo das Geld und sein Freund, der Fetischcharakter selbigens, sich schmollend ignorieren, kommt man kurz ins Grübeln, ob mit zwei Säcken alten Klamotten die Ware nicht auch den Liebhaber gewechselt hätte - ohne sich zu prostituieren.

Für heute: bis hier und nicht weiter.