Die kartonierten Koffer werden gepackt, Bücher sind sogar schon alle verstaut. Einmal quer durch die Republik ziehen provoziert doch einen größeren Rattenschwanz als zunächst gedacht.
Die Vorstellung, dass die ganzen Sachen, die sich im letzten Jahr nach langem Ringen endlich ihre Routine angelebt haben, bald wieder einen kurzen Schönheitsschlaf in braunen Kisten bekommen um danach im schmucken, großen Altbau mit mir zusammen von den Dielen aus den Stuck zu bewundern, löst ambivalente Gefühle aus. Ähnlich wie die Semiotik des letzten Satzes.
Aber kommt ja nicht alles mit, jeder Umzug lädt zum eutanatischen Ausmisten ein, ne?
Zum Glück gibts diesmal um die Ecke die Nothilfe, wo man sich wenigstens über Spenden freut. Aber anstatt textile Jugendsünden zu beseitigen, hat sich die süße kleine Instamatic zu mir verirrt. Die Preise sind allerliebst fantasievoll, das gute Stück gabs zusammen mit einem Martiniglas für 3€.

Wo das Geld und sein Freund, der Fetischcharakter selbigens, sich schmollend ignorieren, kommt man kurz ins Grübeln, ob mit zwei Säcken alten Klamotten die Ware nicht auch den Liebhaber gewechselt hätte - ohne sich zu prostituieren.
Für heute: bis hier und nicht weiter.


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