Donnerstag, 31. Dezember 2009

Dekade und so

Okay, einen ausführlich Rückblick oder so erspar ich mir jetzt mal. Weder über die Dekade (die ich nur zu einem Teil wirklich bewusst erlebt habe) noch das Jahr...

Aber Silvester 2008 war mein Vorsatz für 2009: stabiles (Solo-)Leben in Trier. Jetzt ist Silvester 2009 und ich wohne mit meinem Freund zusammen in Berlin. Ups.

Bridget Jones hatte so fein drauf alles in prägnanten Formulierungen und amüsanten Zahlenspielen zu resümieren, deswegen dann doch ein paar Takte vom alten ins neue Jahr.

Anzahl der

Umzüge: 1

funktionierenden Beziehungen: 1
verlorenen Freundschaften: unwesentlich
guten Bücher: so viele, aber Highlight: Dietmar Dath, Die Abschaffung der Arten.
verlorene Kilo: mindestens 5
neue Schuhe: einige, alle nötig
Reisen: überdurchschnittlich viele (Antwerpen, London, etc.)
usw usw usw.

Vorsätze gibt's keine, Ziele schon.

ein paar Bildchen dann doch noch:











Bleibt mir nur noch einen guten Rutsch zu wünschen.

Guten Rutsch!




Dienstag, 22. Dezember 2009

Der ganze Yuki nur für Yuki

Sonntag hatte einen japanische Freundin Geburtstag. Wie alt sie wurde, war strittig... ich will das erst gar nicht in schwulen Jahren ausrechnen. Beglückt habe ich sie mit Krimskrams und einem... hust, haiku. Mein erstes und wohl hoffentlich letztes.

ユキちゃんと
娑婆ということが
パーティーなる

auf Deutsch so viel wie:
Mit Yuki, wird das, was man Diesseits nennt, zur Party.

Auf dem sibirischen Marsch von geschlossener zu schließender Bar allerdings hat sich Berlins Winter trotz zweistelliger Minusgrade unerhört romantisch gezeigt.

Irgendwo zwischen durch Schnaps besiegter Kälte und unzurechnungsfähiger Wahrnehmung entwickelte ich zusammen mit R. eine kindliche Obsession für den knirschenden Schnee. Aber ich glaube, wenn man in Tokyo aufgewachsen ist, dann besteht dafür noch Begeisterungsfähigkeit. Überhaupt war es ein bisschen als ob der Abenteuerspielplatz Berlin sich von seiner Winterwunderlandseite präsentiert hätte. Hoffe ich bekomm die Bilder, die R. mit ihrer neuen Kamera geschossen hat.

Montag, 14. Dezember 2009

alles neu

... wäre gelogen. Aber den Titel habe ich schnell der Adresse angepasst.


Adieu Wortspiel.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

reading the queer...

Ich habe mir in den letzten Tagen den Kopf über queeres Lesen zerbrochen.

Ausgehend von einem queeren Lese- und Interpretationskonzept von Literatur, vor allem der kanonisierten, gibt es viel antiheteronormative und genderdekonstruierende Lesweisen. Heternormativität und die dichotomen Beziehungen von Geschlechter(n) im laufe ihrer performativen Herstellung in einem Text den dogmatischen Teppich unter den Füßen wegzuziehen ist eine Möglichkeit.
Erschöpft sich queeres Lesen aber schon bei der Aufdeckung von Deutungspotenzen, die entgegen der Heteronormativität laufen? Ich denke da geht mehr.

Wenn man queer auch pluralistisch und postidentitär* denkt, warum das nicht auch in eine Literaturanalyse einbinden? So wie die heterosexuelle Ordnung sich niemals fehlerfrei fortschreibt, so ist anzunehmen, dass auch ein dogmatischer Zwang zu stabilen Identitätskategorien im Generellen auf lange Sicht nicht ohne Widersprüche herzustellen ist.

Das würde bedeuten, dass ein Text mittels einer queeren Analyse gleichzeitig auf angelegte oder "versehentlich" (also ex negativo) antiheteronormative, -identitäre, -dichotome, -etc. abgeklopft werden kann. Ein netter Rundumschlag.

Mir ist klar, dass nicht jeder Text gleich viel Potenzial für einen derartigen Ansatz bietet, aber ich glaube auch nicht, dass postidentitäre Lesweisen einen Text entstellen oder verbiegen müssen. Genau das gilt es ja eigentlich zu vermeiden.


Ich sollte das mal an einem Beispiel durchexerzieren... hm.


* Ich plädiere implizit für eine undogmatische, strategisch-kategorisierende Identitätspolitik. Die Definitionsmacht liegt letztlich bei dir.