Du machst was mit Gender? Ich dachte, das machen nur Frauen...
Letztens meinte ein Kommillitone genau das zu mir.
Das hat mich dazu gebracht, die Artikulationsnotwendigkeit von (queerer) Kritik zu überdenken.
Klar, sind es viele Frauen die sich mit gender-Diskursen auseinandersetzen. Es sind wohl auch ebenso mehrheitlich Menschen, mit einem entsprechenden Identitätsmuster, die sich augenscheinlich für so etwas wie queere Kritik begeistern werden können. Aber zum einen, nicht nur; und zum anderen: wer wie die Made im Speck lebt, braucht sich nicht umsehen.
Die Begünstigten patriarchaler Hegemonialstrukturen sind mit Sicherheit nicht die quantitativ vehementesten Verfechter post-identitärer Ansätze. Und wer sich letztlich in einer kuscheligen Nische befindet, muss aus dieser aucht nicht zwingend ausbrechen. Homonormativität, als Schlagwort für Homomaden im fauligen Heterospeck, agiert da aber nicht anders.
Von wo, wenn nicht von außen, soll Kritik kommen? Objektive Ansprüche bedingen einer gewissen Vogelperspektive um überhaupt artikulierbar zu werden. Gleichzeitig heißt eine Kritik von Außen nicht gleichzeitig eine komplette Entfernung aus einer wie auch immer implizierten "mittigen" Position. Kritik und Reflexion als intellektuelles perpetuum mobile sind der Spagat zwischen diversen Mitten- und Außenpositionen, bei gleichzeitiger latenter Selbstreflexion. Das hat nichts mit Wilkür zu tun, sondern vielmehr mit Identitätsentwürfen die nicht mehr in Kategorien arbeiten, sondern mit multidimensionaler Individualität.
Die Notwendigkeit von Revision ist durch die Progression post-identitätätsstiftender Verfahren gegeben. Genau diese Verfahren erlauben es, Selbstbewusstsein zu entwickeln, das sich nicht mehr aus den hegemonialdurchtränkten Bausteinen gesellschaftlicher Rollen samt ihrer negativen, d.h. unangebrachten oder hinderlichen Aspekte, befreit und die unfreiwillige Selbstbeschränkung mittels Diskriminierungspraxen entschärft.
Sind aber die Prämissen falsch, unter denen Kritik sich generiert, kippt auch diese. Und genau dieses Kippen ist der dekonstruktivistische Tropfen, der stetig den harten Brocken Bourgeoisie aushöhlt.
Letztlich kann eine Gesellschaftskritik, die Normativismen wegen ihrer negativen Auswirkungen auf Idenitäten anmahnt, für alle nur zu aller Vorteil sein.
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Vorwürfe aus ohnmächtigen Mündern
Die Politik, die man in Freundschaften fährt, bleibt wohl auch nicht vor Foucault verschont. Restriktive Momente und diskursive Ausschreibungen scheinen manchen Menschen ein Hobby geworden.
Aber lieber Dogmen brechen, als das eigene Herz.
Die Veränderlichkeit einer Person mit ihren konstanten Elementen zu akzeptieren ist wohl genau die intuitive Leistung, die eine wirklich gute Freundschaft (oder Beziehung) ausmacht. Gute Freunde sind aber rar. Ergo auch dieses Vermögen.
Viel einfacher ist eine Rollenverteilung, die auf einem konservierten status quo basiert. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich hier vielleicht noch eine Flexibilität beobachten, die aber in ihrer Toleranz eher unausgebaut ist. Statt dessen setzen bei jedem Abweichen und Ausbrechen aus dem status quo Restriktionsmechanismen ein, die je nach Charakter von Verstimmung bis Ignorieren ein breites Spektrum kennen. Gleichzeitig wird das konservierte Bild eine Art Schablone für das Verhalten, alles was nicht mit Freundschaft nach Zahlen übereinstimmt, ist sofort unechtes, unakzeptables Theater. Durch diese Stigmatisierung, die der Charakterdiskurs anbietet, wird die alte Rolle affirmiert und gestärkt. Unechtheit als Todsünde.
Todschlagargumente bahnen den Weg mit der Ignoranzkeule durch den Porzellanurwald fremder Gefühle.
Die Konsequenzen sind mehr oder weniger absehbar: Veränderungen werden geblockt, egosubversiven Momenten die Luft zum Atmen genommen. Polterabend.
Größere Umwälzungen im Leben einer Person aus dem näheren Umfeld bringen aber genau das mit sich: Veränderungen in der Person. Die Akzeptanz gegenüber den Veränderungen und die Stigmatisierung fallen hier umso stärker aus. Gleichzeitig kann der Stigmatisierte jedoch den Restriktionsmechanismen entgegentreten. Anstatt dem affirmierten Götzen des Sepiafremdbilds mitzuhuldigen, wird die Tiefenstruktur der Ausschreibungsmechanismen deutlich: eigene Komplexe und Unsicherheiten durch die Verstarrung des Anderen ausgleichen, Machtansprüche geltend machen, anstelle von Vertrauen.
Vorwürfe aus ohnmächtigen Mündern.
Polemik für mein Seelenheil.
Pah.
Aber lieber Dogmen brechen, als das eigene Herz.
Die Veränderlichkeit einer Person mit ihren konstanten Elementen zu akzeptieren ist wohl genau die intuitive Leistung, die eine wirklich gute Freundschaft (oder Beziehung) ausmacht. Gute Freunde sind aber rar. Ergo auch dieses Vermögen.
Viel einfacher ist eine Rollenverteilung, die auf einem konservierten status quo basiert. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich hier vielleicht noch eine Flexibilität beobachten, die aber in ihrer Toleranz eher unausgebaut ist. Statt dessen setzen bei jedem Abweichen und Ausbrechen aus dem status quo Restriktionsmechanismen ein, die je nach Charakter von Verstimmung bis Ignorieren ein breites Spektrum kennen. Gleichzeitig wird das konservierte Bild eine Art Schablone für das Verhalten, alles was nicht mit Freundschaft nach Zahlen übereinstimmt, ist sofort unechtes, unakzeptables Theater. Durch diese Stigmatisierung, die der Charakterdiskurs anbietet, wird die alte Rolle affirmiert und gestärkt. Unechtheit als Todsünde.
Todschlagargumente bahnen den Weg mit der Ignoranzkeule durch den Porzellanurwald fremder Gefühle.
Die Konsequenzen sind mehr oder weniger absehbar: Veränderungen werden geblockt, egosubversiven Momenten die Luft zum Atmen genommen. Polterabend.
Größere Umwälzungen im Leben einer Person aus dem näheren Umfeld bringen aber genau das mit sich: Veränderungen in der Person. Die Akzeptanz gegenüber den Veränderungen und die Stigmatisierung fallen hier umso stärker aus. Gleichzeitig kann der Stigmatisierte jedoch den Restriktionsmechanismen entgegentreten. Anstatt dem affirmierten Götzen des Sepiafremdbilds mitzuhuldigen, wird die Tiefenstruktur der Ausschreibungsmechanismen deutlich: eigene Komplexe und Unsicherheiten durch die Verstarrung des Anderen ausgleichen, Machtansprüche geltend machen, anstelle von Vertrauen.
Vorwürfe aus ohnmächtigen Mündern.
Polemik für mein Seelenheil.
Pah.
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Polemik
Mittwoch, 7. Oktober 2009
FREAKY WEDNESDAY I
Der Pr(ovi)inz in B. präsentiert
07.10.2009 - Freaky Wednesday I
Trier x Berlin
J. x K.
J:
1. Was für ein urbanes Märchen: der einsame Hippie mit dem "Free Hugs"-Schild um den Hals, ein Diener der Liebe, gekommen uns alle von der postmodernen Kälte zu befreien. Bewaffnet nur mit Seifenblasen und einem milden Lächeln.


2. Erste Abweisung tut weh. Vor allem von jenen, bei denen man es am wenigsten erwartet.
3. OK, scheiße, schon durch halb Trier gelaufen und keine Umarmungen. So war das nicht gedacht. Stell dir vor es ist Liebe und keiner geht hin. Was macht denn eine urbane Hippie-Prinzessinen-Mega-Kriegerin in solchen Situationen?
4. Na klar... Seifenblasen! huiii, so schön bunt und voller L! O! V! E!
5. Die erste Umarmung! Und dazu so ein charmantes Gegenüber. Der Hippie ist selig. Was für ein Märchen.
6. Was das? Ein Gleichgesinnter? Eine weitere Märchengestalt, gekommen um uns zu erlösen? Nein... er nimmt Geld für seine Dienste. 40 Cent brngen mir eine weitere Umarmung. Welch Desillusionierung.

7. Am Weinstand ist man noch Mensch geblieben. Außerdem ist das die Freudin von meinem Vater... um der Wahrheit die Ehre zu geben...
8. DA IST ER! Der erste Willge, der sich der Erlösung hingibt. Und dann grade er... Welch Plot! Wäre das im Kalten Krieg möglich gewesen! Die Versöhnung von Kommunismus und Kapitalismus, von Feminismus und Seximus, welch Synthese, welch Hegelsches Gleichnis. Trier ward erhellt vom Glanze dieser Synthese.
9. Gestern nch bei den Canapé Poeten, heute involviert mit einer Märchenfigur- der Besitzer des Lübkes kann sich schwer aus diesem surrealistischen Roman lösen, hinterlässt bei unserer Kiegerin aber das Gefühl einer aufrichtigen Umarmung!
Und damit: Happy End!
Einsteigen Berliner Zeitung, Berlinteil
Apotheken Rundschau
AOK-Bildungszentrum, Prüfungsergebnisse
Pillendöschen
Vokabelheft
"Industrielles Rechnungswesen"
SMS
DER SPIEGEL
Berliner Zeitung, Feuilleton
Klatschblatt
Schulbuch
SMS
Stadtplan
"Gebäudemanagement"
SMS
A long way down
SMS
Ich liebe dich, ich liebe dich nicht
BILD
SMS
die fontäne
"Schilf"
S-Bahnplan
Kreuzworträtsel
russischsprachige Zeitung
S45 (ehem. S42) - 18.54 - Hermannstraße
Aussteigen
Lesesaal:
Wohnzimmer - 20.56 - Berlin Neukölln
Mein Herz

07.10.2009 - Freaky Wednesday I
Trier x Berlin
J. x K.
URBANE MÄRCHEN
J:
1. Was für ein urbanes Märchen: der einsame Hippie mit dem "Free Hugs"-Schild um den Hals, ein Diener der Liebe, gekommen uns alle von der postmodernen Kälte zu befreien. Bewaffnet nur mit Seifenblasen und einem milden Lächeln.
2. Erste Abweisung tut weh. Vor allem von jenen, bei denen man es am wenigsten erwartet.
3. OK, scheiße, schon durch halb Trier gelaufen und keine Umarmungen. So war das nicht gedacht. Stell dir vor es ist Liebe und keiner geht hin. Was macht denn eine urbane Hippie-Prinzessinen-Mega-
4. Na klar... Seifenblasen! huiii, so schön bunt und voller L! O! V! E!
5. Die erste Umarmung! Und dazu so ein charmantes Gegenüber. Der Hippie ist selig. Was für ein Märchen.
6. Was das? Ein Gleichgesinnter? Eine weitere Märchengestalt, gekommen um uns zu erlösen? Nein... er nimmt Geld für seine Dienste. 40 Cent brngen mir eine weitere Umarmung. Welch Desillusionierung.
7. Am Weinstand ist man noch Mensch geblieben. Außerdem ist das die Freudin von meinem Vater... um der Wahrheit die Ehre zu geben...
8. DA IST ER! Der erste Willge, der sich der Erlösung hingibt. Und dann grade er... Welch Plot! Wäre das im Kalten Krieg möglich gewesen! Die Versöhnung von Kommunismus und Kapitalismus, von Feminismus und Seximus, welch Synthese, welch Hegelsches Gleichnis. Trier ward erhellt vom Glanze dieser Synthese.
9. Gestern nch bei den Canapé Poeten, heute involviert mit einer Märchenfigur- der Besitzer des Lübkes kann sich schwer aus diesem surrealistischen Roman lösen, hinterlässt bei unserer Kiegerin aber das Gefühl einer aufrichtigen Umarmung!
Und damit: Happy End!
Einsteigen
Apotheken Rundschau
AOK-Bildungszentrum, Prüfungsergebnisse
Pillendöschen
Vokabelheft
"Industrielles Rechnungswesen"
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DER SPIEGEL
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Klatschblatt
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Stadtplan
"Gebäudemanagement"
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A long way down
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Ich liebe dich, ich liebe dich nicht
BILD
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die fontäne
"Schilf"
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Kreuzworträtsel
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Wohnzimmer - 20.56 - Berlin Neukölln
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freaky wednesday
Dienstag, 6. Oktober 2009
Besuchszeit
Dankenswerterweise wurde ich heute in die Gepflogenheiten der FU-Mensa instruiert, was sich eigentlich gar nicht als so schwierig gestaltet hat. Als wir uns dann aber über faschistoidunfreundliches Mensapersonal in Trier unterhielten (popkulturell-allusorisch: Mensanazi), musste die Realität wohl einen zynischen Anfall gehabt haben, denn ich wurde beim Tablett auf das fordphile Band stellend mit der gebrüllten Bitte "GERADE HINSTELLEN!" bedacht. Mein Servicepersonalbashing ging dann beim torhaften Kaffeekaufen weiter (Mensacard ist eine Wissenschaft für sich) und gipfelte im Asiasupermarkt, in dem nur mit Bargeld bezahlt werden darf.
Schöne neue Welt.
Heute kommt Besuch.
Die erste Welle bestreitet Ma.*, billigfliegend.
Die Zweite Welle deutschebahnt Me. zum Wochenende.
Ich glaube das Gastgebersein wird mich in eine Verbrüderungssituation bringen, was die Wohnsituation angeht - aber ich glaube das ist erstmal nichts schlechtes.
Bloggend wird trotzdem aufjedenfall der freaky wednesday kommentiert - und ein Galeriebesuch am Samstag, wenn das mal nicht feuilltonesk ist...
*Vornamen werden ab sofort grundsätzlich nicht mehr ausgeschrieben, Post-Identität und so, aber weil M. und M. erstens Lust auf Süßes macht und zweitens verwirrend ist wird die Anonymisierung um ein Puzzleteil beraubt.
Schöne neue Welt.
Heute kommt Besuch.
Die erste Welle bestreitet Ma.*, billigfliegend.
Die Zweite Welle deutschebahnt Me. zum Wochenende.
Ich glaube das Gastgebersein wird mich in eine Verbrüderungssituation bringen, was die Wohnsituation angeht - aber ich glaube das ist erstmal nichts schlechtes.
Bloggend wird trotzdem aufjedenfall der freaky wednesday kommentiert - und ein Galeriebesuch am Samstag, wenn das mal nicht feuilltonesk ist...
*Vornamen werden ab sofort grundsätzlich nicht mehr ausgeschrieben, Post-Identität und so, aber weil M. und M. erstens Lust auf Süßes macht und zweitens verwirrend ist wird die Anonymisierung um ein Puzzleteil beraubt.
Montag, 5. Oktober 2009
post Kiez und modische Gretchenfrage
Habe heute die Kiez-Grenzen mit einer kleinen Erkundungstour offiziell gesprengt.
Erste Station war ein kleiner, toller Buchladen in Kreuzberg (b-books), wo sich gleich zwei meiner Leidenschaften zwischen Buchdeckeln präsentierten und in mein Bücherregal verirren mussten. Zum einen der Band Mehr(wert) queer - Visuelle Kultur, Kunst und Gender-Politiken und ein Mega-Schinken von Dietmar Dath, der mich durch seine Abschaffung der Arten absolut in Beschlag genommen hat, nämlich Für immer in Honig. Ich bin gespannt.
Aber zunächst geht es mit der U-Bahnlektüre quer durch das expressionistische Drama.
Die nächste Station war ein Bummel durch die Ecke Kastanienallee/Oderbergerstraße.
Zwischen den ganzen Eltern, traf mich dann die Erkenntnis: modischer Avantgardismus funktioniert leider doch nur hipsterkonform in der Gruppe. Wenn man nämlich nicht meisterlich mit seiner Nähmaschine umzugehen weiß, dann ist man an den Ausstoß der Labels gebunden - egal wie klein. Egal, Konformismus hin oder her - die neuen Hosenschnitte sind (nicht nur endlich kaufbar sondern auch) wirklich wirklich toll und ich muss mir endlich eine dieser Humörhosen zulegen... Die Zara-Haremshose, die zwar einen ähnlichen Schnitt hat, ist leider zu sommerlich, als dass man die ernsthaft ohne lange Unterhose im Winter tragen könnte. (Bizarrerweise muss man(n) sich erst in der Frauenabteilung bedienen um dann eine Saison später quasi exklusiv von einem kleinen dänischen Label bedient zu werden.)
Überhaupt, diesen ganzen Indivudualitätsscheiß rigoros durchzuziehen ist der falsche Ansatz, finde ich. Gerade im durchdachten Detail steckt nämlich der personalisierte Funke.
Die Moral von der Geschicht: trag was du willst, aber trag es mit Stolz.
Erste Station war ein kleiner, toller Buchladen in Kreuzberg (b-books), wo sich gleich zwei meiner Leidenschaften zwischen Buchdeckeln präsentierten und in mein Bücherregal verirren mussten. Zum einen der Band Mehr(wert) queer - Visuelle Kultur, Kunst und Gender-Politiken und ein Mega-Schinken von Dietmar Dath, der mich durch seine Abschaffung der Arten absolut in Beschlag genommen hat, nämlich Für immer in Honig. Ich bin gespannt.
Aber zunächst geht es mit der U-Bahnlektüre quer durch das expressionistische Drama.
Die nächste Station war ein Bummel durch die Ecke Kastanienallee/Oderbergerstraße.
Zwischen den ganzen Eltern, traf mich dann die Erkenntnis: modischer Avantgardismus funktioniert leider doch nur hipsterkonform in der Gruppe. Wenn man nämlich nicht meisterlich mit seiner Nähmaschine umzugehen weiß, dann ist man an den Ausstoß der Labels gebunden - egal wie klein. Egal, Konformismus hin oder her - die neuen Hosenschnitte sind (nicht nur endlich kaufbar sondern auch) wirklich wirklich toll und ich muss mir endlich eine dieser Humörhosen zulegen... Die Zara-Haremshose, die zwar einen ähnlichen Schnitt hat, ist leider zu sommerlich, als dass man die ernsthaft ohne lange Unterhose im Winter tragen könnte. (Bizarrerweise muss man(n) sich erst in der Frauenabteilung bedienen um dann eine Saison später quasi exklusiv von einem kleinen dänischen Label bedient zu werden.)
Überhaupt, diesen ganzen Indivudualitätsscheiß rigoros durchzuziehen ist der falsche Ansatz, finde ich. Gerade im durchdachten Detail steckt nämlich der personalisierte Funke.
Die Moral von der Geschicht: trag was du willst, aber trag es mit Stolz.
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Konsum
Sonntag, 4. Oktober 2009
freaky wednesday
Vor nicht allzu langer Zeit passierte an einem normativistischen Mittwoch etwas unerwartetes. Aus durch die Stadt schlendern wurde fanatistisches look-a-like-Personen bestaunen. Der freaky wednesday wart performiert, beschlossen und konstitutiv geboren.
Aus einer vagen Idee wird jetzt Butter bei den Fischen.
J. und ich werden absofort an unregelmäßigen Mittwoch freaky wednesdays veranstalten.
Achtung, arty arty!
Aus einer vagen Idee wird jetzt Butter bei den Fischen.
J. und ich werden absofort an unregelmäßigen Mittwoch freaky wednesdays veranstalten.
Achtung, arty arty!
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freaky wednesday
Freitag, 2. Oktober 2009
Mein Kiez
Schließlich ist der Prinz in B.
Die Wohnung (die zur Zeit für mich alleine echt viel zu groß ist) versetzt mir immernoch räumliche Schockzustände. Die hohen Decken hatte ich zwar vorher schon, aber so so so viel Lebensraum. Geentert!
Jetzt gehts langsam nach draußen und ich glaube mein Kiez und ich, wir sind nach einer Woche schon so etwas wie Freunde geworden. Ich weiß wo der billiger Falafel-Mann ist, ich hab mir einen Spätkauf ausgemacht, in die U-Bahn fällt man und ich kenne die Supermärkte.
Kultureller Hunger wird von dem Buchantiquariat und den kleinen Galerien in der Ecke gestillt. Evtl. macht sogar ein neuer Laden hier im Haus auf, man munkelt noch.
Überhaupt habe ich das Gefühl, dass der Kiez die Wohnung weniger enklavisch umschließt, als dass er sie erweitert. Auch wenn mir das vorher vage bewusst war, sich so richtig einleben ist wieder was anderes.
Grüße aus dem Reich der Osmanen
PS: Ich geh jetzt dem Handwerker zukucken, neue Spüle!
Die Wohnung (die zur Zeit für mich alleine echt viel zu groß ist) versetzt mir immernoch räumliche Schockzustände. Die hohen Decken hatte ich zwar vorher schon, aber so so so viel Lebensraum. Geentert!
Jetzt gehts langsam nach draußen und ich glaube mein Kiez und ich, wir sind nach einer Woche schon so etwas wie Freunde geworden. Ich weiß wo der billiger Falafel-Mann ist, ich hab mir einen Spätkauf ausgemacht, in die U-Bahn fällt man und ich kenne die Supermärkte.
Kultureller Hunger wird von dem Buchantiquariat und den kleinen Galerien in der Ecke gestillt. Evtl. macht sogar ein neuer Laden hier im Haus auf, man munkelt noch.
Überhaupt habe ich das Gefühl, dass der Kiez die Wohnung weniger enklavisch umschließt, als dass er sie erweitert. Auch wenn mir das vorher vage bewusst war, sich so richtig einleben ist wieder was anderes.
Grüße aus dem Reich der Osmanen
PS: Ich geh jetzt dem Handwerker zukucken, neue Spüle!
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